Zukunft Schule ohne Gymnasium?

Mittwoch, 02. Mai 2018, 17:19 Uhr
Zukunft Schule ohne Gymnasium?
02. Mai 2018


„Der Thüringen-Plan Zukunft Schule zeigt, dass die Landesregierung jetzt fest entschlossen ist, die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen gegen alle Vorbehalte durchzudrücken und zwar zu Lasten des Gymnasiums!“, so Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes.

Bereits vor zwei Jahren hatte der durch eine (gezielte?) Indiskretion an die Öffentlichkeit gelangte Referentenentwurf zur Schulnetzplanung an den Schulen für große Unruhe und Verunsicherung gesorgt.

Der nun vorliegende Plan, so Heike Schimke, ziele eindeutig gegen das Gymnasium: So sollen für die Schüler an den Gymnasien Fahrzeiten von zweimal 60 Minuten zumutbar sein gegenüber zweimal 45 Minuten an den Regelschulen.“
Vor allem aber die geforderte Mindestschülerzahl zeigt nach Auffassung der Thüringer Philologen, dass die Einrichtung neuer Gemeinschaftsschulen forciert werden soll: Mindestens 576 Schüler, d.h. dreizügig mit mindestens 24 Schülern pro Klasse, sind für die Gymnasien vorgesehen. Bei den Gemeinschaftsschulen hat das Ministerium dagegen gegenüber dem Entwurf von 2016 noch nachgelegt“ und die Mindestschülerzahl von 320 auf 264 gesenkt. Demnach müssen Gemeinschaftsschulen nicht einmal in allen Klassenstufen wenigstens zweizügig sein!

Die Thüringer Philologen verschließen sich nicht der Diskussion darüber, welche Schulgrößen man sich in Thüringen künftig leisten kann. Jedoch muss klar sein, dass vor der Durchsetzung von Mindestgrößen von Klassen und Schulen ein breiter Konsens darüber bei allen Beteiligten hergestellt werden muss. Eine einfache Inkraftsetzung von Vorstellungen des zuständigen Ministeriums reicht nicht!

Die Auffassung, so könne dem Unterrichtsausfall entgegengewirkt werden, teilt Heike Schimke nur teilweise: „Der Unterrichtsausfall ist ein hausgemachtes Problem, da die Politik es jahrelang versäumt hat und immer noch versäumt, genug Lehrkräfte einzustellen. Mit der Zerschlagung bewährter Schulstrukturen wird dieses Problem nicht gelöst, sondern nur neue Unruhe in die Schulen getragen. Die Leidtragenden sind wieder einmal die Schüler!“

Heike Schimke ist für Stellungnahmen unter der Telefonnummer
01573 28 77 507 zu erreichen.

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