GEW versucht Lehrerschaft und Öffentlichkeit hinsichtlich des Streikrechts zu täuschen

Mittwoch, 17. Januar 2018, 16:00 Uhr
DL-Präsident Meidinger kritisiert Gewerkschaft:

GEW versucht Lehrerschaft und Öffentlichkeit hinsichtlich des Streikrechts zu täuschen


Als irreführend und nachweislich falsch hat DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger sinngemäße Be-hauptungen der GEW im Vorfeld der morgigen mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungs-gerichts bezeichnet, man könne statusrechtlich die Vorteile des Beamtenstatus mit einem Streikrecht problemlos verbinden. Gleichzeitig verwies der DL-Präsident darauf, dass die große Mehrheit der gewerkschaftlich organisierten Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland keine Aufweichung des Streikverbots und damit des Beamtenverhältnisses für Lehrkräfte wollten.
„Aus dem Grundgesetz heraus gibt es keinerlei Ansatzpunkte dafür, zukünftig zwei Klassen von Beamten zu bilden, also etwa diejenigen, die als Kernbeamte nicht streiken dürften und diejenigen, wie etwa Lehrkräfte, die als Randbereichsbeamte streiken dürften“, führte er weiter aus. „Eine Aufhebung des Streikverbots für Lehrkräfte kommt einer Auflösung des ausgewogenen Struktur-prinzips von Pflichten und Rechten gleich und läuft damit entgegen der GEW-Argumentation letztendlich auf eine Entbeamtung aller Lehrer hinaus. Die GEW täuscht ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit, wenn sie den Eindruck erweckt, man könnte als verbeamteter Lehrer alles haben, die Vorteile der lebenslangen Anstellung und Versorgung sowie das Streikrecht!“
Meidinger erläuterte weiter, dass der deutsche Staat nach Ansicht von Verfassungsrechtlern sehr wohl das Recht habe, Beamtinnen und Beamte auch außerhalb des hoheitlichen Bereichs einzusetzen, sofern dies der besseren Verwirklichung demokratischer und rechtsstaatlicher Grundsätze diene. Davon abgesehen, gebe es nach wie vor folgende gewichtigen Argumente für eine Verbeamtung von Lehrkräften:
die Sicherung der staatlichen Aufsichtspflicht des Staates gemäß Art 7 GG über den Schulbereich
die Gewährleistung der Verlässlichkeit von Schule durch das Streikverbot
die Eingriffstiefe der Bedeutung von Schulabschlüssen für die Lebensgestaltung von jungen Menschen
der Schutz der pädagogischen Unabhängigkeit und Freiheit von Lehrkräften gegenüber Schüler, Eltern und Arbeitgeber bzw. Dienstherrn
die Sicherung eines qualifizierten Lehrernachwuchses durch attraktive Rahmen-bedingungen.
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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0172 28 45 840.
Für den Inhalt verantwortlich:
Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband Anne Schirrmacher

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